Fridolinschule und Sporthalle, Lörrach
2018-25
Bauherr
Stadt Lörrach, Fachbereich Hochbau, Luisenstraße 16, 79539 Lörrach
Standort
Hauptstraße 27, 79540 Lörrach
Beauftragung: 2018
Die Fridolinschule in Lörrach-Stetten wurde bis 2025 denkmalgerecht saniert und mit einer neuen Sporthalle zu einer modernen Ganztagsgrundschule für rund 200 Kinder weiterentwickelt. Historische Elemente wie Parkett und Sandstein blieben erhalten und wurden durch barrierefreie Erschließung sowie zeitgemäße Lern- und Digitalstrukturen ergänzt. Die Sporthalle mit Photovoltaik und Quartiersheizzentrale versorgt die Schule und das Umfeld klimafreundlich mit Energie.
Brutto-Geschossfläche:
Schulgebäude 2.760 m²
Sporthalle 1.030 m²
Umbauter Raum:
Schulgebäude 16.540 m³
Sporthalle 7.075 m³
LPH: 1–9
Geschichte im Tornister
Denkmalgerechte Generalsanierung der Fridolinschule in Lörrach sowie Neubau einer Sporthalle mit Quartiersheizzentrale
Im Lörracher Stadtteil Stetten gelegen, gehört die Fridolinschule zu den traditionsreichsten Bildungseinrichtungen der Stadt. Das Schulensemble umfasst drei Gebäude: ein kleines Schulhaus von 1877 und ein größeres von 1927 – beide denkmalgeschützt – sowie eine moderne Einfeld-Sporthalle. Sie wurde anstelle einer früheren Turnhalle neu errichtet. Die Generalsanierung und Erweiterung des Schulensembles, geplant und realisiert von THOMA. LAY. BUCHLER. ARCHITEKTEN BDA (Todtnau/Stuttgart), wurde im Frühjahr 2025 abgeschlossen. Das Projekt ist Teil der Schulbauoffensive der Stadt Lörrach und verfolgt ein klares Ziel: die Schaffung einer zeitgemäßen, zukunftsorientierten Ganztagsgrundschule für rund 200 Kinder, harmonisch eingebettet in ein historisch gewachsenes Umfeld.
Respektvoller Umgang mit dem Bestand
Die denkmalgerechte Sanierung der beiden historischen Schulhäuser erfolgte mit viel Aufmerksamkeit fürs Detail und hohem gestalterischen Anspruch. So wurden etwa die originalen Fischgrätparkettböden aus dem Jahr 1928 freigelegt, aufgearbeitet und durch passende Elemente ergänzt. Türzargen und historische Rundbögen wurden restauriert, markante Elemente wie der rötliche Sandstein sichtbar gemacht. Neue Fluchtwege ergänzen das kleine Schulhaus funktional. Die Sanierung bewahrt nicht nur die wertvolle Substanz, sondern führt sie behutsam in eine zeitgemäße Nutzung über.
Räume für modernen Unterricht
Die Gebäude erhielten neue Linoleum- und Fliesenbeläge, akustisch wirksame Decken, F90-Brandschutzdecken sowie umfassend sanierte Sanitärbereiche. Auch die Möblierung wurde komplett erneuert: Eingehängte Tafeln und integrierte Schrankelemente schaffen eine aufgeräumte Lernumgebung. Ein besonderes Augenmerk galt der Barrierefreiheit. Der neu eingebaute Aufzug sowie breite, brandschutzgerechte Flure machen die Fridolinschule für alle zugänglich. Außerdem wurde die Digitalisierung im gesamten Gebäude umgesetzt: Eine leistungsfähige LAN- und WLAN-Infrastruktur macht modernen Unterricht möglich.
Nachhaltigkeit als Grundprinzip
Ein integraler Bestandteil des Projekts ist die neue Einfeld-Sporthalle, ein kompakter, eingeschossiger Baukörper mit begrüntem Flachdach und integrierter Quartiersheizzentrale. Die Fassade aus Klinkerriemchenverblendung und das sichtbare Dachtragwerk aus Holz geben dem Gebäude eine warme, natürliche Anmutung. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie die Verwendung von Holzpellets zur Wärmeversorgung setzen ein Zeichen für klimabewusstes Bauen. Die neue Sporthalle ist nicht nur als Ort des Schul- und Vereinssports, sondern übernimmt zugleich eine zentrale Funktion für das gesamte Quartier.
Energiezentrum für das Quartier
Die im Untergeschoss integrierte Quartiersheizzentrale wird durch die Stadtenergie Lörrach betrieben und versorgt künftig nicht nur die Schule, sondern auch umliegende Gebäude in Stetten mit regenerativ erzeugter Wärme. Die imposanten Abluftrohre prägen das neue Energiezentrum des Ensembles und setzen ein markantes architektonisches Ausrufezeichen. Mit der Sporthalle als Herzstück wurde eine ökologisch, sozial und funktionale zukunftsweisende Infrastruktur geschaffen.
Architektur zwischen Geschichte und Zukunft
Die umfassende Generalsanierung der Fridolinschule zeigt, wie sich historischer Bestand und moderne Anforderungen zu einem stimmigen Ganzen verbinden lassen. Die sorgfältige Dachsanierung mit 45.000 handverlegten Naturschieferplatten unterstreicht den hohen Anspruch an Materialität und Dauerhaftigkeit. Der Schulstandort in Lörrach-Stetten präsentiert sich heute als lebendiger Lernort – geschichtsbewusst und gut gerüstet für die Zukunft.
Architektonische Besonderheiten
Denkmalschutz: Behutsame Integration der Bausubstanz
Die Sanierung der beiden historischen Schulhäuser erfolgte unter strenger Beachtung denkmalpflegerischer Vorgaben: Sichtbarmachung des rötlichen Sandsteins, Wiederöffnung historischer Rundbögen, Dachsanierung mit 45.000 handverlegten Naturschieferplatten, Restaurierung originaler Türzargen und Fischgrätparkettböden.
Weiterbauen: Verbindung von Alt und Neu
Die denkmalgeschützten Schulhäuser wurden mit großer Sorgfalt saniert, historische Elemente freigelegt und zugleich funktional ergänzt. Als neuer Baustein greift die Sporthalle Materialität und Maßstab auf und verbindet den Bestand mit einer klaren und zeitgemäßen Architektur.
Heizkraftwerk: Moderner Neubau als Quartierszentrale
Die neue Einfeld-Sporthalle überzeugt durch klare Formensprache, nachhaltige Materialien wie Holztragwerk sowie ein begrüntes Flachdach mit integrierter Photovoltaik. Die im Untergeschoss integrierte Quartiersheizzentrale versorgt künftig nicht nur die Schule, sondern auch umliegende Gebäude mit regenerativ erzeugter Wärme.
Fotos: Simon Sommer